physiotherapie
Moxa-Therapie


Die Moxa-Therapie (synonym Moxibustion, Moxen) beinhaltet das Anwärmen von Akupunkturpunkten und schmerzenden Körperteilen durch brennendes Beifußkraut.
Die Moxa-Therapie ist ein Teil der traditionellen chinesischen Medizin und hat sich als außerordentlich wirksam erwiesen.

Beifuß (Folium artemisiae officiales), auch Moxa- oder Brennkraut genannt, enthält viele wirksame Substanzen, z. B. ätherische Öle wie Cineol und das Thujaöl.
Weitere heilsame Bestandteile sind das Cholin, Baumharze, Kaliumchlorid, Eisen, Magnesium und die Vitamine A, B, C und D.

Brennt man das Beifuß dicht über dem zu behandelnden Körperteil ab, erzeugt dies eine milde und angenehme Strahlungswärme. Dadurch werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert und verschiedene Beschwerden gelindert.
Der Energiefluss in den Meridianen wird reguliert und optimiert. Kälte, Feuchtigkeit (Yin) und Wind werden vertrieben und das Xue (Chinesisch „Blut“) und Qi (Lebensenergie) befördert. Wird das Qi erwärmt, bewegt es sich schneller und bewegt das Blut besser mit.

Man stärkt mit der Moxa-Therapie die Yang-Energie. Ist das Yang geschwächt, ist der Mensch kalt, erstarrt oder wird sogar ohnmächtig. Das Yang ist die Lebensquelle des menschlichen Körpers. Ist das Yang stark, ist auch die Abwehrenergie stark und krankmachende Faktoren können nicht so leicht von außen eindringen. Die Körperabwehr wird also lokal und allgemein angeregt.

Die Moxa-Therapie bewirkt auch eine bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung sowie einen besseren Stoffwechsel im Gewebe. Außerdem reguliert es das vegetative Nervensystem und hat eine Bakterien tötende und Entzündungen hemmende Wirkung. Zudem beeinflusst es Stresserscheinungen und Organneurosen positiv und sorgt für eine Vermehrung der Endorphine, der roten (Erythrozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten).

Indikationen
Die Hauptanwendungsgebiete der Moxa-Therapie (und in verschiedenen Versuchsreihen nachgewiesen) sind:

  • Schwäche nach chronischen Erkrankungen
  • Erkrankungen der Atemwege
    (z. B. Asthma, Bronchitis, Husten, Erkältungen)
  • degenerative Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule, der Knochen
    (z. B. Osteoporose) und den Gelenken (z. B. Coxarthrose)
  • Rückenleiden
    (z. B. Lumbalgie, Ischialgie, Morbus Bechterew und M. Scheuermann,
    Zustand nach Bandscheibenvorfall und Schleudertrauma)
  • akute und chronische Schmerzzustände
  • Kopfschmerzen
    (z. B. Spannungskopfschmerz, Migräne)
  • Erkrankungen des Muskel- und Sehnenapparates
    (z. B. Muskelverspannungen, Periarthritis humero-scapularis, Epicondylitis/Tennisellenbogen)
  • Sportverletzungen
  • Rheuma
  • Magen- und Darmbeschwerden
    (z. B. Durchfall, Gastritis, Verstopfung)
  • Blasen- und Nierenschwäche
  • Organsenkungen
  • Regelstörungen
  • Tinnitus
  • hormonelle Störungen, Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen
  • Ödembildung
  • Hämorrhoiden
  • Impotenz, Libidosteigerung
  • Heuschnupfen
  • Sinusitis

Auch präventiv und als Ergänzung zu physiotherapeutischer Behandlung ist die Moxa-Therapie besonders geeignet und dort, wo Akupunktur keine positive Wirkung erzielt hat.

Kontraindikationen
Moxa darf nicht im Gesicht, am Kopf oder in der Nähe von Schleimhäuten, bei Fieber, akuten Entzündungen, während der Menstruation und bei Schlaflosigkeit angewendet werden.

Behandlungsschema
Bei chronischen Erkrankungen empfiehlt sich: in der ersten Woche drei- bis fünfmal eine Moxabehandlung. In der zweiten Woche maximal dreimal wöchentlich und ab der dritten Woche alle sieben bis zehn Tage (als Erhaltungsdosis) eine Moxabehandlung.

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