physiotherapie
Die vier Säulen der Osteopathie


1. Parietale/Osteoartikuläre Osteopathie
Der menschliche Körper besteht aus über 200 Knochen und über 700 Muskeln! Das parietale System umfasst den gesamten Bewegungsapparat und wird durch die Muskulatur, Bänder und Kapseln gleichzeitig in Bewegung gesetzt und zusammengehalten. Bewegungsstörungen im knöchernen Bereich, z. B. der Wirbelsäule, beeinflussen nicht nur das Muskel- und Fasziensystem, auch das Nervensystem leidet darunter und die Funktion der Nerven ist gestört. Die Folgen betreffen immer den ganzen Körper! Oft entstehen Schonhaltungen, die zu Veränderungen in der Körperstatik führen und weitere Beschwerden auslösen können. Der Osteopath diagnostiziert Verspannungen und Gelenkblockaden, er löst und entkrampft diese sehr gezielt. Dadurch kann der Körper wieder eingehaltene Schonhaltungen verlassen, die Durchblutung und Körperhaltung verbessert sich.

Anwendungsbereiche:
z.B. Wirbelsäulenbeschwerden, Bandscheibenprobleme, Gelenkbeschwerden ...

2. Fasziale Osteopathie
Alle Körperstrukturen (Muskeln, Sehnen, Bänder, Gefäße, Nerven, Organe, Knochen) sind von bindegewebigen Häuten, den Faszien, umhüllt. Diese sind alle – wie ein bewegliches Röhrensystem – miteinander verbunden. Faszien können Spannungen auf entfernt liegende Stellen des Körpers übertragen, Probleme äußern sich dadurch nicht zwangsläufig dort, wo sie entstanden sind! Da Körperbewegungen von Muskelketten ausgeführt werden und nicht von einzelnen Muskeln, kann sich z. B. ein Problem im Knie auf den Nacken auswirken oder ein Beckenschiefstand Kopfschmerzen verursachen. Durch das Wiedererlangen einer besseren Durchblutung und Gleitfähigkeit des Bindegewebes wird die Gesamtbeweglichkeit und das Wohlbefinden verbessert.

Anwendungsbereiche:
z. B. Fibromyalgie, Tennis-Ellbogen, Durchblutungsstörungen ...


3. Viszerale Osteopathie
Organe sind wie Muskeln ebenfalls durch Bindegewebe miteinander verbunden. Diese Organhüllen dienen als Aufhänge- und Stützsystem und bilden Brücken zwischen Organen, Knochen und Muskeln. Veränderungen der Organe durch Narben, Organsenkungen, Verklebungen, Entzündungen oder Stauungen führen zu einer Spannungserhöhung der Organhülle. In dieser verlaufen aber die Gefäßsysteme und Nerven des Organs, so dass Spannungen diese Gefäße und Nerven abdrücken können und zu Funktionsstörungen des Organs führen.

Ziel der osteopathischen Behandlung ist, ursächliche Krankheitsfaktoren aufzulösen oder abzuschwächen, freie Beweglichkeit der Organhüllen wieder einzurichten. Der Osteopath behandelt also nicht das Organ selbst, sondern dessen Aufhängung und Hülle und damit die Blut- und Nervenversorgung.

Anwendungsbereiche:
z. B. Verwachsungen nach Bauch- Thorax-Operationen, Verdauungsstörungen, Sodbrennen ...

4. Craniosacrale Osteopathie
Die Schädelknochen stehen über die Hirnhäute und die Rückenmarkshaut mit dem Kreuzbein in Verbindung. Die Blutversorgung des Gehirns und auch die Gehirnflüssigkeit läuft in Gefäßen, die durch diese Häute gebildet werden. Dabei verlassen die Gefäße den Schädel durch kleine Schädelöffnungen. Spannungen auf die Schädelknochen, z. B. durch verspannte Nacken- oder Kiefermuskulatur, können diese Schädelöffnungen abdrücken und für Durchblutungsstörungen im Schädel- und Hirnbereich sorgen. Auch die Hirnnerven laufen durch diese Hirnhäute und können im Ernstfall abgedrückt werden. Die Schädelknochen und die Schädelnähte funktionieren sozusagen wie „Dehnfugen“ und brauchen eine gewisse Elastizität.

Bei der Behandlung werden die Schädelknochen vom Osteopathen sanft modelliert. Auch hier ist eine Verbesserung des Stoffwechsels ein wichtiges Ziel. Die Craniosacrale Osteopathie wirkt auf den gesamten Körper entspannend und ausgleichend.

Anwendungsbereiche:
z.B. Migräne, Heiserkeit, Hörsturz, Ohrgeräusche, Schwindel, chronische Nebenhöhlenbeschwerden, Mittelohrprobleme und auch Lernstörungen.


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